Ich wurde immer wieder gebeten, kritische Artikel für Pferdemagazine zu schreiben, etwas, dass ich früher eigentlich gerne gemacht habe. 

Doch diese Arbeit bereitete mir mehr und mehr Mühe, der Text wollte einfach nicht mehr fließen, oft dachte ich, es gibt einfach nichts mehr zu schreiben, es ist doch schon längst alles gesagt, richtiges Pferdewissen existiert seit hunderten von Jahren!

   

Andererseits habe ich noch ganz viel zu sagen, vieles, das Menschen oft nicht hören wollen,- ehrlich gestanden,- oft  fehlte mir  auch  der Mut diese Dinge anzusprechen.
Ich finde es ist einfach an der Zeit, das starre, leistungsorientierte Denken über Pferde loszulassen.

Für mich waren Pferde immer schon viel, viel mehr, als Tiere auf denen man reitet.
Klar, auch ich war als Fünfzehnjährige wild darauf, an Turnieren teilzunehmen und auch zu gewinnen.
Es folgte ein Sieg nach dem anderen, die Pokale und Schleifen stapelten sich, doch ich erkannte bald, dass dies keine Erfüllung für mich bedeutet. 

   

Ich vermisste das Wesen Pferd, ein Wesen mit dem ich kommunizieren wollte, mit dem ich mich fernab von Reiterei austauschen wollte.
Ich beschritt einen langen Weg, -gehe ihn noch heute,- ritt und trainierte viele Pferde, durfte freilebende Pferdeherden erleben, lernte viele Heilweisen bei Pferden anzuwenden, studierte ihren Körper und Bewegungsrhythmus, aber vor allem begann ich langsam die Seele dieser wunderbaren Tiere zu verstehen!

   

Nun möchte ich keinen herkömmlichen Reitunterricht mehr geben, das führt nur zu frustrierten Menschen und verklemmten Pferden. Ich möchte ganzheitlich unterrichten, alles mit einbeziehen, den Menschen, das Pferd,
ihrer beider Körper und Gefühle.
Ich wünsche mir strahlende, glückliche Menschen, die auf freudig bemühten Pferden sitzen. Menschen deren höchstes Ziel nicht perfekte Dressurlektionen sind, sondern die wunderbaren Momente der Harmonie mit ihrem Pferd.

   

Egal wie bescheiden die Übung auch ist, das einzige was zählt ist der Gleichklang, die Freude, das Eins sein mit dem Pferd.
Ich glaube, in Wirklichkeit gibt es ganz viele Menschen, die tief in ihrem Herzen die Sehnsucht nach der Einheit mit ihrem Pferd tragen.
Doch gefangen in der Alltagswelt der Reitställe, vergessen manche langsam, warum sie sich irgendwann dazu entschieden haben, zu reiten oder ein Pferd zu kaufen.



Diesen Menschen möchte ich Mut machen, Mut um zu ihren Gefühlen und Wünschen zu stehen, ihnen zu sagen, es geht nicht um die anderen, es geht um DICH und DEIN PFERD!